Scheren & Zubehör : 10.000 BC (Einzel-DVD)

10.000 BC (Einzel-DVD)

EUR 6,46


Warner 10.000 B.C., USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 07.07.08


Der kräftezehrende Kampf gegen das Einschlafen - Wo schon das Kino von Emmerich-Vorbild Spielberg gelegentlich mit einer beachtlich naiven Weltsicht nervt (aber dennoch auch immer wieder Klasse hat), sind viele Produktionen von Roland Emmerich schlicht jämmerlich naiv (Godzilla!!) und anscheinend einem Gemüt entsprungen, das sich seit seinem etwa neunten Lebensjahr jeder weiteren Entwicklung mit Erfolg widersetzt hat. Die Protagonisten in 10.000 BC sehen aus wie zerzauste Freaks aus Berlin-Prenzlberg, die Handlung ist absolut vorhersehbar und woanders schon weit besser umgesetzt (Apocalypto!). Spannung ist nicht vorhanden, der Säbelzahntiger ist recht schlecht animiert, es gibt keinerlei Identifikationsfiguren für die lieben Kinder - obwohl es sich hier eindeutig um einen Kinderfilm handelt, der Held ist ein gesichtsloser Langweiler, die Bösen wirken fast nie böse und es wurden schon Anfang der Achtziger im Fantasy-Film, bspw. bei Conan, mehr Schauwerte geboten.Das Schlimmste aber ist die tief empfundene, alles erdrückende Ödnis beim Schauen und der kräftezehrende Kampf gegen das Einschlafen. Stargate und Independence Day waren zwar auch etwas peinlich, aber immerhin unterhaltend!

Mal was zur Historie! - Ich wollte hier mal etwas zu dem immer wieder leidigen Thema historische Korrektheit sagen. Dieser Film ist eine Erzählung, eine Geschichte und so etwa wie eine Legende. Er muss nicht historisch korrekt sein. Solche Heldensagen gibt es schon so lange wie es Menschen gibt, oder hat sich mal jemand Gedanken gemacht wie historisch korrekt die Ilias, die Nibelungen Saga, König Artus und ähnliche Geschichten sind. Es ist aber auch völlig unnötig, da es nur Geschichten sind, keine Dokumentationen.Das Problem an Emmerichs Film ist lediglich, dass er an der epischen Größe scheitert, die er zu transportieren versucht und es ihm nicht vollständig gelingt seine Charaktere als Sympathieträger zu etablieren. So werden die Emotionen des Films nicht auf den Zuschauer übertragen und die Geschichte wirkt oberflächlich.ICh habe den Film jedoch mit Genuss gesehen und die Bilder haben mir gut gefallen. Für einen lockeren Filmabend reicht es auf jeden Fall.

fantastische Bilder,exellente blue-ray umsetzung - ich versteh das Gemecker nicht. Der Film ist Popcornkino in Reinkultur...Eine phantastische Zeitreise, mit tollen Special Effects...gestochen scharfe Bilder, plastisch, und ein knackiger Dolby True HD Sound...Was will man mehr! Also Gehirn ausschalten,etwaige logische Unstimmigkeiten verdrängen und einfach genießen!

Roland Emmerich ganz tief unten - Von Roland Emmerich erwartet vermutlich niemand eine Shakespear-Verfilmung, sondern größenwahnsinniges Actionkino. Das hat bisher für einige Blockbuster gereicht, von denen Independence Day vermutlich der bekannteste ist.10000 BC ist leider nicht einmal unterhaltend, sondern ein veritables Ärgernis. Über das dünne Drehbuch und die miesen Darsteller mag man noch hinwegsehen, doch schon die historischen Ungenauigkeiten verderben die Laune. Hier werden adrette, sauber englisch sprechende Steinzeitmenschen mit dem Pyramidenbau, der Eiszeit sowie einem lustiger Zoo unterschiedlicher Tiergattungen bunt gemischt. Schnell entlarvt sich das Szenario als reine Fantasy - ein historischer korrekter Bezug ist hier nirgends zu finden.Der Titelheld, aufgebrochen um seine Auserwählte zu befreien, begegnet auf seinem Weg Schwarzen und Arabern, passiert Eisgebirge, Wüsten, Regenwälder auf seinem Fußmarsch - alles offenbar auf einem Kontinent. Hierzu braucht er keinen sichtbaren Reiseproviant, gewinnt einen Säbelzahntiger als Verbündeten (Shir-Khan?) und kämpft gegen Riesenhühner - ein Mysterium.Es bleiben die beiden Positionen Action und Effekte, und selbst auf seinem ureigensten Terrain versagt Emmerich. Der Film bleibt durchweg fade und harmlos wie eine Disney-Verfilmung. Hier war offenbar die Jugendfreigabe oberstes Ziel.Sogar die Effekte sind nicht so episch, wie einen die endlos langen Credits glauben machen wollen. Die letzten Szenen vor den Pyramiden wirken eher wie ein Computerspiel, und auch die Mammuts wirken nicht im geringsten bedrohlich.Wer Mel Gibson thematisch ähnlichen Apocalypto kennt weiß, dass es wesentlich mehr Blut und Düsternis braucht, um diese Epoche lebendig zu machen. Als Kinderspielplatz taugt die Steinzeit leider nicht - Emmerich beweist es.

Emmerichs Kampf gegen den Verstand - Ich las in einer anderen Rezension, dass dieser Film 130 Minuten Länge hat. Es mag einem so lang vorkommen, aber es sind nur 94, und die sind gefüllt mit einem äußerst schwer verdaulichen Konstrukt. Nichts gegen Popkornkino, aber ein bisschen Mühe für eine durchdachte Story, hätte dem Film wirklich gut getan: Ein Stamm von Steinzeitmenschen mit indianischen und europäischen Mitgliedern, werden von berittenen(!) Sklavenhändlern überfallen. Diese werden daraufhin von unseren Helden verfolgt. Ausgehend vom europäischen Hochgebirge, gelangt man direkt durch die Subtropen, in die afrikanische Savanne, wo Stämme unterschiedlicher Hautfarbe aber gleicher Sprache leben, und wo es ganz nebenbei sintflutartige Regenfälle gibt (,die aber keinerlei grüne Spuren hinterlassen). Von der Savanne geht es dann direkt durch die Wüste nach: Ägypten, wo gerade die Pyramiden gebaut werden...Man könnte ja meinen, diese Story ist sowieso nur der Handlungsrahmen für die Inszenierung prähistorischer Tiere. Aber außer Mammuts und einer Säbelzahnkatze gibt es nur ein paar südamerikanische Terrorvögel (in den europäischen Subtropen). Das war s!Trotzdem, ich denke: Emmerich wusste, was er tat und hat seinen Filmtitel deshalb mit dem Hinweis B.C. für Bad Cinema versehen.Und die 10000? - 1 Punkt für die Idee und vier Nullen für Geographie, Geschichte, Ethnik und Logik.




10.000 BC (Einzel-DVD)